BERLIN

„Fürchtet euch nicht, aber das Ende ist nah“, so oder so ähnlich könnte man ein dramatisches Intro zum Jahreswechsel beginnen.

Aber eigentlich ist das doch alles Humbug. Aus sicherer Erfahrung wissen wir, dass es gar nicht so viel anders wird im nächsten Jahr. Sicher, wir nehmen uns das jährlich wieder aufs Neue vor, wollen alles besser machen, Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen. Aber dann prosten wir unseren Freunden am 01.01. um 00:00 Uhr doch wieder mit einer Zigarette in der Hand zu und lassen alle guten Vorsätze so schnell vergehen, wie sie gekommen sind. Die Unsicherheit über die Zukunft, die uns am Silvesterabend so oft erfasst, ist aber auch genau betrachtet Unsinn.

Denn warum kommen diese manchmal ach so philosophischen
Momente stets am 31.12.? Jedes andere Datum im Jahr wäre doch ebenso passend. Wenn man etwas anders machen will, ist jeder Tag gleichgut oder gleichschlecht für eine Veränderung. Dieser willkürliche eingesetzte Kalender kann doch nicht wirklich unser Handeln bestimmen.

Für viele andere Völker beginnt das neue Jahr immerhin auch an einem anderen Datum. Aber wir Menschen lieben das: Jahrestage, Geburtstage, Jubiläen, etc. Paare schauen sich verträumt an ihrem „Einjährigen“ (erstes Treffen, erster Kuss, erster Sex, ...) in die Augen, Menschen die Geburtstag haben, fühlen sich urplötzlich an diesem Tag alt und geschichtlich Interessierte
freuen sich über Ereignisse, die genau vor so und soviel Jahren stattfanden – wir sind schon eine eigenartige Spezies. An solchen Tagen wird uns immer bewusst, dass die Zeit vergeht. Aber bitte warum vergessen wir das denn sonst? Wachsen nicht stündlich unsere Haare, löschen wir nicht täglich irgendwelche Erinnerungen aus unserem Gedächtnis und verlieren wir nicht jedes Jahr immer mehr den Bezug zur nächsten Generation?

In jeder Sekunde lassen wir unsere Vergangenheit hinter uns und gehen der Zukunft entgegen. Und genau das werden wir auch am 31.12.2007 machen, wenn sich einige dabei gute Dinge vornehmen ... Schön! (jf)

NORDOST

So. 2008 ist es soweit. Keine Zigaretten mehr im Club. Die
kleinen, rauchenden Dinger und ihr Verbot werden die Clubkultur wohl nachhaltiger beeinflussen, als wir uns vorstellen können. Wenn ich nach einem klassischen Latenight- Workout nach Hause komme, stinke ich jetzt nicht mehr nach Rauch, sondern nach Schweiß und umgekipptem Bier? Darf ich mein Getränk jetzt endlich mit rausnehmen, wenn ich schon vor die Tür gehen muss zum Rauchen? Und komm ich wieder rein, ohne noch mal bezahlen zu müssen? Was machen die mit den ganzen Zigarettenautomaten in den Clubs und Bars? Gibt’s bald vielleicht keine Techno- und Drum&Bass-, sondern Raucher- und Nichtraucherfloors?

Darf man trotzdem noch kiffen? Hat jemand mal an die Reinigungsfirmen gedacht, die jetzt nur noch halbe Arbeit haben? Und vor allem: Wie kommen die Zigarettenfirmen jetzt an jugendliches Frischfleisch, wo man doch nicht mal mehr heimlich in der S-Bahn Vatis f6 rauchen darf?

Fragen über Fragen, die ich hier nicht beantworten kann - lediglich die Frage nach den besten Parties im Dezember und Januar wird in dieser Ausgabe wieder ausführlich und profund geklärt. Ach ja: Die Partypics kommen in diesem Monat direkt von der Krim. Dort durfte ich vor kurzem miterleben, wie Ukrainer feiern, und was soll ich sagen: Für gutes Feiern gelten überall dieselben Regeln. Lautstärke, Promille und die liebe Frauenquote.
Letztere ist für Westeuropäer unverständlich hoch.

Dort gelten aber noch ein paar weitere, recht spezielle Regeln wie zum Beispiel: „Was für den Russen gut ist, ist für den Deutschen der Tod.“ Siehe obiges Bild.

Na dann: Nastarovje und Gesundes Neues Jahr!

MÜNCHEN

2006 war heftig: der Frühling schon im Januar, Hochsommer
im Mai, dafür Herbstanfang im Juli, und Wintereinbruch im Oktober. Das Jahr war seinen Jahreszeiten um einige Monate voraus, wir haben geschwitzt, als die Biergärten geschlossen, und gefroren, als sie endlich offen waren.

Trotzdem mögen wir 2006, denn für den FRESHGUIDE war es ein super Jahr, nach nur 17 Ausgaben steht unser kleines, aber feines Magazin weit vorn an der Spitze der jungen
Musik- und Szene-Magazine in der Region - wer hätte das auf dem übervollen Münchner Zeitschriftenmarkt erwartet! Ein ehrliches Dankeschön an jeden Leser, der das Magazin an den Auslagestellen mit nach Hause nimmt, danke an unsere vielen,
vielen Auslagestellen, und danke natürlich auch an die Inserenten, die für Euch das Magazin finanzieren.

Nichts ist selbstverständlich, wir wissen das, und werden uns alle Mühe geben, euch auch 2008 mit guten Infos, recherchierten Hintergründen und mit den besten Tipps für Eure Freizeit zu versorgen.

Bis dahin aber erstmal: Frohe Weihnachten, und einen guten Start nach 2008!

Euer Team vom Freshguide München

MÜNCHEN

HALLO AUS MÜNCHEN

Kürzlich erzählte mir ein Bekannter, wie unser aller Freund und Helfer ihm den Kippenstummel der Selbstgedrehten zerbröselte, in der Hoffnung auf ein verbliebenes Milligramm unerlaubter Substanzen. Außerhalb Bayerns lacht man über
solche Geschichten – hier reicht sowas für eine Anzeige.

Bayerische Politik, ob beim Ladenschluss, bei der Diskotheken-Sperrstunde („Putzstunde“), in der Bildung und nun beim NICHTRAUCHERSCHUTZGESETZ neigt zum Fanatischen. Das neue absolute Raucherverbot wird uns, alle Anwohner von Gastrobetrieben, jeden bedauernswerten Türsteher und erst recht die Gastronomen noch lange beschäftigen, ob Raucher oder nicht. Wir sind gespannt wie Flitzebögen, welch lustige Schlupflöcher sich auftun werden, und haben uns für dieses Heft schon mal mit einer Reihe Szene-Gastronomen unterhalten (ab Seite 28). Aber – lest selbst!

Come to where the Flavour is…
Euer Team vom Freshguide München