„Fürchtet euch nicht, aber das Ende ist nah“, so oder so ähnlich könnte man ein dramatisches Intro zum Jahreswechsel beginnen.Aber eigentlich ist das doch alles Humbug. Aus sicherer Erfahrung wissen wir, dass es gar nicht so viel anders wird im nächsten Jahr. Sicher, wir nehmen uns das jährlich wieder aufs Neue vor, wollen alles besser machen, Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen. Aber dann prosten wir unseren Freunden am 01.01. um 00:00 Uhr doch wieder mit einer Zigarette in der Hand zu und lassen alle guten Vorsätze so schnell vergehen, wie sie gekommen sind. Die Unsicherheit über die Zukunft, die uns am Silvesterabend so oft erfasst, ist aber auch genau betrachtet Unsinn.
Denn warum kommen diese manchmal ach so philosophischen
Momente stets am 31.12.? Jedes andere Datum im Jahr wäre doch ebenso passend. Wenn man etwas anders machen will, ist jeder Tag gleichgut oder gleichschlecht für eine Veränderung. Dieser willkürliche eingesetzte Kalender kann doch nicht wirklich unser Handeln bestimmen.
Für viele andere Völker beginnt das neue Jahr immerhin auch an einem anderen Datum. Aber wir Menschen lieben das: Jahrestage, Geburtstage, Jubiläen, etc. Paare schauen sich verträumt an ihrem „Einjährigen“ (erstes Treffen, erster Kuss, erster Sex, ...) in die Augen, Menschen die Geburtstag haben, fühlen sich urplötzlich an diesem Tag alt und geschichtlich Interessierte
freuen sich über Ereignisse, die genau vor so und soviel Jahren stattfanden – wir sind schon eine eigenartige Spezies. An solchen Tagen wird uns immer bewusst, dass die Zeit vergeht. Aber bitte warum vergessen wir das denn sonst? Wachsen nicht stündlich unsere Haare, löschen wir nicht täglich irgendwelche Erinnerungen aus unserem Gedächtnis und verlieren wir nicht jedes Jahr immer mehr den Bezug zur nächsten Generation?
In jeder Sekunde lassen wir unsere Vergangenheit hinter uns und gehen der Zukunft entgegen. Und genau das werden wir auch am 31.12.2007 machen, wenn sich einige dabei gute Dinge vornehmen ... Schön! (jf)


